Seit einigen Jahren komme ich immer wieder nach Finnland, im Winter wie im Frühling. Es gibt vieles, was mir an diesem Land gefällt, am stärksten aber bleibt mir die Natur in Erinnerung. Finnland ist ein großes Land mit kleiner Bevölkerung, und genau deshalb ist ein Großteil der Landschaft unberührt geblieben. Aufgewachsen in Frankreich, heute in Deutschland, kenne ich vor allem dicht besiedelte Gegenden, wo richtige Wildnis Mangelware geworden ist. In Finnland ist sie überall. Tritt vor die Tür, geh ein paar Minuten, und wenn du nicht gerade mitten in Helsinki bist, stehst du schon zwischen Bäumen. Ich habe nicht dort gelebt und will nichts pauschalisieren, aber ich habe stark den Eindruck, dass die Finnen sich dessen bewusst sind, dass sie diese Natur genießen und respektieren.
Also habe ich wieder eine Hütte gemietet, diesmal in einem Dorf namens Nokia, nicht weit von Tampere. Es stellte sich heraus, dass es das Saunahaus eines größeren Anwesens war, auf dem eine wunderbare Familie lebt: Heidi, Kalle und Eemel. Traditionell wurden finnische Saunen als kleine Holzgebäude getrennt vom Haupthaus gebaut, hauptsächlich aus Brandschutzgründen. Unsere kleine Hütte hatte eine Küche, ein gemütliches Wohnzimmer und Schlafzimmer und natürlich die eigene holzbefeuerte Sauna. Wenn das nicht der perfekte Ort ist, um ein paar Wintertage zu verbringen, weiß ich es auch nicht. An einem Nachmittag wurden wir freundlich zum Tee eingeladen, und Heidi, Kalle und Eemel waren wunderbar warmherzige, gastfreundliche Gastgeber, die uns alle möglichen Geschichten über die Gegend und das Leben dort erzählten.
So verlockend es war, den ganzen Tag in der Sauna zu sitzen, hat es uns trotzdem in den Wald gezogen, zu langen Spaziergängen im Schnee. Wir kamen an verlassenen Hütten vorbei, hörten den Vögeln zu, sahen Rehe in der Ferne, und belohnten uns auf dem Rückweg mit heißer Schokolade.
Am letzten Tag fuhren wir nach Näsijärvi, einem großen See gleich nördlich von Tampere. Er erstreckt sich rund 40 km nach Norden, gespickt mit Inseln und bewaldeten Ufern. Im Winter friert er komplett zu, und wir sahen Leute beim Schlittschuhlaufen, beim Langlauf und beim Eisfischen. Wir machten selbst einen langen Spaziergang aufs Eis, der uns schließlich zu einer kleinen Hütte führte, in der heißer Kaffee ausgeschenkt wurde. Die perfekte Belohnung.
Wieder einmal: ein fantastischer kleiner Finnland-Trip, und wie immer komme ich zurück, um noch mehr von diesem schönen Land zu sehen.




































